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 Laudatio

Songwen Sun-von Berg, Drei Arbeiten aus der Serie 'Architektur und Natur'

"Etwas Neues zeigt sich."

In den vergangenen Jahren hatte ich oft die Gelegenheit und das Glück, neue Bilder von Songwen Sun-von Berg kennenzulernen. Manchmal waren es  ganz "frische" Arbeiten, die gerade erst im Atelier entstanden waren. Sich darüber auszutauschen, machte immer sehr viel Freude.

Das "Neue" kommt bei dieser Künstlerin still und ruhig daher, als konsequente Entwicklung einer Grundidee oder eines Bildgedankens; nicht als genialische Geste. Trotzdem, so habe ich auch im Gespräch über die drei hier ausgestellten Bilder erfahren, entsteht ein Blatt keineswegs nach einem detaillierten Konzept, sondern aus einer Fülle ständiger Impulse heraus, die beim Arbeiten kanalisiert werden müssen.  Ich finde es sehr beeindruckend, wie lebendige Kreativität bei Songwen Sun - von Berg über Arm, Hand, Tusche und Feder zu außerordentlich klaren, harmonischen, aber trotzdem dynamischen Bildern führt. 

Völlig neu und bisher einmalig ist in der Werkreihe, aus der die vorliegenden Bilder stammen, das Collageelement; ebenso das Bildthema von Architektur und Natur.  Als ausgebildete Ingenieurin steht Songwen Sun-von Berg den geraden, rechtwinkligen, rationalen Bauformen durchaus aufgeschlossen gegenüber! Organische, natürliche und ornamentale Formen  treten hier aber hinzu. Diese wachsen im Bild "Hoffnung" heran, dabei das Harte mildernd, und überranken im Bild "Park" das von Menschenhand Gebaute wie ein freundlicher Blumenbogen.  Im letzten Bild wurden die natürlichen Formen zu Chiffren , zwei Architekturelemente zu einer neuen, symbolischen Form transformiert - transzendiert. Das Bild  ist stark, aber nicht starr symmetrisch aufgebaut. Eine quasi gotische Architekturform entsteht aus den sich zueinander neigenden Tuschlinien. In ihrer Mitte der "Stein des Guten Glücks", jeder Schwerkraft enthoben. 

© Janne Bender 2020. Published on www.pandaartfactory.de