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PandaArtFactory ...

... is a one-woman owned factory that produces some art and ideas to be shared with other people. It is also active in promoting the creative work of others. This is done by curating and hosting guest exhibitions on this website and by offering alternating links to selected events and websites.

As to my own artistic work, the focus of PandaArt's visual works is on photography and photography - based digital pictures. There is also collage, mixed-media panels and upcycling objects and I present minimalistic videos with a focus on sounds and slight movement.

Another form of my artistic commitment is writing. Texts range from letters to the editor (published in "taz" die tageszeitung) and essays to fiction - in fact, anything but novels.

The name of the factory already implies that it takes the liberty of creating almost everything - ta pánta ['panda] meaning 'all' in modern Greek.

Yet you can be certain that no racist, woman-hating or man-hating ideas - nor deadly boring ones - will ever have a chance to be processed by PandaArtFactory.

 

 

Sales Information

 

Private licences for the printing of photographs and photography - based pictures are sold at very reasonable prices. Most other exhibits are also for sale. - Exception: the photographs of "Park am Gleisdreieck", which must not be sold.

No matter whether you are actually considering buying anything, questions about the artistic context of exhibits will be readily answered.

Please contact me:  mail(at)pandaartfactory.de  

                                                             

                                                                       Deutsche Version: Hier     


Begleittext

Landscapes, Part 3

Soft Light and Shadows in the Alps

Alpenbilder 1998, 2006, 2019

 

Mein Thema ist Alpenfotografie.

 

Die Bilder des schneebedeckten Gebirges von 2006 nenne ich trotz ihrer technisch guten Qualität „outdated“ - anachronistisch, veraltet.

Als scharfe digitale Aufnahmen suggerieren sie die Seriosität eines genauen, irgendwie aktuellen Abbilds. Am Format fällt auf, dass es sich nicht um Handyfotografie handelt, sondern Bilder aus einem (digitalen) Fotoapparat. Es war eine kleine, hochwertige und vielleicht hochpreisige digitale Kompaktkamera, die mir eine nette Schülerin damals für die Aufnahmen lieh.

Durch den Klimawandel haben sich die Schneegrenzen der Alpen seither verschoben. Gletscher ziehen sich zurück, sie schmelzen. Trotzdem fliegen wir, immer mehr und erschreckend billig.

Nein, diese Bilder sind nicht mehr zeitgemäß.

Auch in ästhetischer Hinsicht bieten sie keine Überraschung. Jede*r hat schon ähnliche gesehen! Fast jede*r knipst bei guter Sicht aus dem Flieger. „Das Internet“ ist voll scharfer Reisefotos vom Überfliegen des Gebirges.

 

Der Blick auf St. Jakob vom Balkon des Hotels in St. Veit war fasziniert von Licht- und Schattenspielen zu verschiedenen Tages-zeiten und bei wechselnden Wetterverhältnissen.

Die analoge Technik gab die damalige Wahrnehmung prinzipiell adäquat wieder durch ihre größere Weichheit.

Den Betrachter, die Betrachterin stören aber vielleicht Reflexionen; kleine Lichtpunkte auf nicht – natürlichen Objekten wie Fenstern oder Straßenschildern und Pfosten. Diese fallen in den Abzügen weniger auf und ins Gewicht als in digitalisierter Form. (Die Bilder mussten für die Online – Ausstellung gescannt werden.) Trotzdem, sie existierten auch damals, in der Realität und in den Fotos. Auch sind die Ausschnitte bei den einzelnen Aufnahmen nicht identisch. Das alles ist definitiv von der Fotografin zu verantworten! Es stellt sich die bekannte Frage Wie mache ich unter den und den Rahmenbedingungen und zu bestimmten Zwecken  optimale Landschaftsaufnahmen? Die Frage ist ebenso abgenutzt und ermüdend wie andererseits berechtigt. Immerhin erkennt man: Die Urheberin der Fotos war von den täglichen Metamorphosen da draußen fasziniert.

 

Etwas persönlicher Kontext wird für die Bilder von 1998 aus dem österreichischen Osttirol dann auch mitgeliefert. Der Ausgangspunkt dafür: Ein Selbstportrait der Fotografin mit Kamera, bei dem sie sich damals etwas kokett ins Bild gesetzt hatte. Sie war 46, der Sohn 8. (I love you :) Die Kamera: ein Minolta Spiegelreflex Einsteigermodell. Das Stativ hatte sie nicht auf die Zugfahrt mitgenommen. Im Rückblick wurde das Foto digital bearbeitet, was sich gleichzeitig als eine Art der Auseinandersetzung und Verarbeitung anbot. (Das geht ja digital sehr gut, ebenso wie umgekehrt ein Kaschieren, Pimpen, In - die - Irre - Führen.)

 

Zwei Mal heißt es dann „Untitled“, denn jede*r erkennt die Motive der Mineralien und der Wiesenblumen. Dies sind die beiden Lieblingsbilder der Fotografin, vermutlich, weil das Dargestellte selbst sie damals begeistert hat. Warum sie auch als Fotografien heute für mich „funktionieren“, kann ich dagegen nicht sagen.

 

Um Missverständnissen vorzubeugen: Die Darstellung in zwei Objekten aus der frühen PandaArt soll die kostbare Landschaft der Alpen in keiner Weise verkleinern, herabwürdigen. Im Gegenteil. Die Urheberin ironisierte nur das Klischee griffiger Alpendarstellung auf Postkarten und in vielen Urlaubsfotos.  Skurril der Mensch, der sich als „Gipfelstürmer“ geriert (unten links, falls Sie ihn suchen). Die einzelnen Spaziergänger am Achensee gehen etwas schlapp und gebeugt, kommen uns aber vergleichs-weise sympathisch vor. Trotzdem wirken auch sie deplatziert, wie wir alle, wenn wir uns in einer erhabenen Landschaft bewegen.

Janne Bender, veröffentlicht auf www.pandaartfactory.de.

 8. August 2019